Mode in den Zwanzigern
In den Zwanzigern kam es bei der Damenmode nicht auf den Wert der Kleidung an, sondern darauf, dass eine schockierende Wirkung erzeugt wurde. Das Korsett wurde kaum noch getragen, die Kleider waren kaum Figur betont, sondern gerade geschnitten. Die Taille wurde selten betont oder saß sehr tief. Rücken und Schulter waren meistens frei. Schärpen und Schleifen durften bei der so genannten Charleston-Mode nicht fehlen. Die Kleider waren meist knielang. Hinzu kamen hochgeschlossene Kleider mit Bubikragen, wodurch die Frauen sehr mädchenhaft wirkten. Die Kleider waren ziemlich gleich geschnitten, unterschieden sich nur durch die Materialien. Bei den Abendkleidern waren Vorder- und Rückendekolleté oft gleichgroß und das Kleid wurde durch Spaghettiträger gehalten Die Hüte waren ebenso elegant wie die Kleider, der Cloche zum Beispiel lag eng an und reichte bis zu den Augenbrauen. Viele Frauen trugen auch Hosen.
Zum Outfit am Abend gehörten Perlenketten, Boas, geschmückte Stirnbänder und Handtaschen. Die lange Zigarettenspitze durfte nicht fehlen, wodurch die Mode in den Zwanzigern leicht mondän wirkte.
Die Zeit der Haarschnecken war vorbei, die Frau trug meistens Bubikopf.
In der Herrenmode löste die klassische, dunkle und korrekte Kleidung Gehrock und Zylinder ab. Die Form des Sakkos war zu Beginn des Jahrhunderts recht breit, die Schultern waren gepolstert. Die verstärkte Brust sorgte für einen muskulösen Eindruck. Im Laufe der Zeit wurden die Sakkos legerer, waren leicht tailliert und kaum noch gepolstert. Der so genannte Stresemann, benannt nach dem deutschen Reichskanzler Gustav Stresemann, wird heute oft noch zu Festlichkeiten getragen.
Auch gehörten bei den Männern Knickerbocker und Schiebermützen oder der so genannte Schieberhut zur Mode in den Zwanzigern.
Die Frisuren waren streng nach hinten gekämmt, häufig kam ein Seitenscheitel dazu.
In den Zwanzigern kamen neue Materialien dazu. Die Nylonstrümpfe zum Beispiel wurden dünner und durchsichtiger.
Die Mode in den Zwanzigern war wohl die erste Revolution in Sachen Mode.