Vokuhila und Schulterpolster – Mode-Sünden der 80er
Haben Sie in letzter Zeit vielleicht mal gedacht, die Jugend von heute sehe mit ihren Piercings und Tattoos doch wirklich furchtbar aus? Ist Ihnen beim Anblick eines String-Tangas, der unter einer viel zu tief hängenden Hüfthose zu sehen war, der Gedanke gekommen, die heutige Mode sei geschmacklos? Nun ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten Tatsache ist, jede Mode – und Trendwelle hat ihre geschmacklichen Ausrutscher und Modesünden.
Tatsächlich sind die jungen Mädels in ihren superengen Röhrenjeans und Ballerinas, die heute so viel getragen werden, gar nicht so weit von dem entfernt, was wir vor zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren getragen haben. Haben wir da wirklich mal hineingepasst? Scheinbar ja. Und wir haben noch ganz andere Dinge getragen. Ich erinnere mich mit Schaudern an einen pinkfarbenen Overall mit Schulterpolstern, den ich als Fünfzehnjährige hatte. Damals galt das als superschick. Überhaupt war Pink eine meiner Lieblingsfarben, obwohl ich nicht wirklich schlank war und wahrscheinlich eher wie Miss Piggy aussah, als wie eines der damaligen Supermodels.
Superenge Hosen gab es damals auch schon, allerdings nicht nur Jeans. Erinnern Sie sich noch an Rod Stewart in Hosen mit Leopardenmuster? Grauenhaft, oder? Und wo wir grad bei Rod Stewart sind: Oh mein Gott, DIE FRISUR! Lange, mit viel Haarspray hochgestellte Haare, vorne kurz, hinten lang – der berühmt-berüchtigte VoKuHILa, den heute keiner mehr sehen mag. (Oder kommt er etwa auch wieder? Wer weiß!) Wahnsinnig umfangreiche Haarberge, toupiert bis es nicht mehr ging, das war üblich in den Achtzigern. Oder mehrfarbige Haare, wie etwa bei Limahl : Unten schwarz, oben blond. Eine wahrhaft geschmackliche Verirrung. Und doch… damals fanden wir das cool…
Wer weiß, was unsere Kinder sagen, wenn sie sich in zwanzig Jahren auf Fotos sehen. Wahrscheinlich das Gleiche wie wir: Oh GOTT, wie konnte ich nur… Aber was wirklich zählt, ist doch, dass wir einfach Spass und Freude an der Mode hatten und uns wohl fühlten, oder? Es mögen Modesünden gewesen sein, aber es ging ja auch nur um Mode! Und alles war ja auch nicht geschmacklos oder schlimm, einiges war praktisch, schön, passte zu unserer Persönlichkeit. Ich jedenfalls habe mir die Vorliebe für karierte Flanellhemden und Jeans erhalten. Und eine innige Liebe zu Bruce Springsteen und U2. Geschmackvoll und zeitlos….